Die Bockzunft Stetten a.k.M. e.V.

ist ein Verein zur Pflege des fasnachtlichen Brauchtums, der 1950 gegründet wurde. Schäfer_01Zentrale Figur der Stettener Fasnet und der Bockzunft ist der Bockstetter "Bock". Diese Maske zählt zu den Tiermasken und ist den Weißnarren zuzuordnen.  Die Bockmaske ist  aus Lindenholz geschnitzt und mit orginalen  Widderhörnern versehen. Die Jacke und die Haube der Maske bestehen aus  chromgegerbtem Lammfell. Das Beinkleid ist eine Drillichhose, die mit  Szenen der Heuberglandschaft bemalt ist.  Um den Hals trägt der Bock eine Glocke, mit der er  seine Stimmung kundtun kann. Der Bock ist übrigens auch im Wappen der  ehemaligen Herren von Stetten zu finden.

Die Zunft besitzt 120 Bockkostüme, die jedes Jahr an die Maskenträger ausgegeben werden. Im  Privatbesitz sind etwa weitere 70 Masken, so daß die Bockherde an die 200 Böcke zählt und damit eine stattliche Herde bei den Umzügen darstellt. Unter den weißen Böcken ist  auch ein schwarzer Bock anzutreffen. Dieser ist eine Einzelfigur und stellt die Leitmaske dar.

Zur Bockherde gehört auch der unverlarvte Zunftschäfer dazu. Dieser trägt eine originale  Heuberger Schäfertracht mit Schippe.

Neben den Böcken der Bockzunft ist die große Gruppe der Marktfrauen, 23 an der Zahl, zu  nennen. Die Bockstetter Marktfrau ist unverlarvt und stellt mit ihrem Häs die Stettener Bürgersfrau dar. Ihr Kostüm ist der  Tracht dieser Bürgersfrau - mit weißer Leinenbluse,  schwarzem Samtmieder, darüber einem Tschopen, einem  Mailänder-Schal und einem handbemalten grauen Leinenrock -  nachempfunden. Die Marktfrau trägt einen geflochtenen  Marktkorb mit sich, in dem sie Süßigkeiten,  Fasnetsküchle und mancherlei andere Dinge hat, die sie unter den Narren  verteilt. Die Marktfrauen backen am Schmotzige Dunnschtig auf dem Kalten Markt die traditionellen Fasnetsküchle in  heißem Fett, die einen reißenden Absatz unter den Stettener Narren  finden.

Die 25 Narrenräte bilden eine weitere Gruppe der Zunft. Aus ihrer Mitte stammt der Zunftmeister. Ihr knielanger, grüner Grafenrock, der Jägerhut mit weißer Feder und  die gelbe Bauernweste sind ihre Markenzeichen, die sie über die Grenzen  der Bockstadt hinaus bekannt  gemacht haben. Ein Narrenrat trägt den sogannten  "Bockschlaghammer" mit sich, mit dem die zu ehrenden Narren zum "Bock"  geschlagen werden.

Die Narreneltern heißen Johann Jakob Scheiffele und Hudl-Ann. Die Hudl-Ann tritt ebenfalls unverlarvt auf. Mit ihrem strohgelben,  handbemalten Leinenrock, einem dunklen Tschopen, einer  blütenweißen Bluse mit schwarzem Mieder und einem  gestickten Schal über den Schultern hat sie Ähnlichkeit mit den  Marktfrauen. Auch sie hat einen geflochtenen Marktkorb mit allerlei  Inhalt  bei sich. Der Johann Jakob Scheiffele stellt einen  "Hallodri" dar, der eine bäuerliche Tracht trägt.

Der  "Narrenpolizei" ist eine Einzelfigur in der Stettener Fasnet, der in  Soldatenmontur mit  Pickelhaube, Knobelbechern, Säbel und  Ortsbüttel-Schelle auftritt. Er sorgt für Ordnung während der Fasnet und verteilt schon ab und zu einen närrischen Strafzettel.

Die musikalische Untermalung der Zunft bei ihren  Auftritten und Teilnahmen an Narrentreffen erfolgt durch die Zunftkapelle, die sich aus der Feuerwehrkapelle rekrutiert. Die Stettener  Zunftkapelle trägt eine rote Jacke, mit weißer Hose und einer Schafsfellkappe.